Steuerabzug bei Auflösung der Hypothek

Entschädigungszahlungen für den vorzeitigen Ausstieg aus einer Hypothek können bei der Einkommens- oder bei der Grundstückgewinnsteuer in Abzug gebracht werden. Das Bundesgericht präzisiert die Voraussetzungen und schuf drei verschiedene Arbeitshypothesen, die ab April 2017 neu gelten:

Fall 1:
Wird eine Immobilie verkauft und die damit im Zusammenhang stehende Hypothek vorgängig aufgelöst, kann die zu entrichtende Vorfälligkeitsentschädigung bei der Grundstücksgewinnsteuer als abzugsfähige Anlagekosten in Abzug gebracht werden.

Fall 2:
Wird im Zusammenhang mit einer Umfinanzierung bei einer Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig, kann diese bei der Einkommenssteuer in Abzug gebracht werden, sofern bei der selben Bank eine neue Darlehensbeziehung vereinbart wird. Hier handelt es sich lediglich um eine Veränderung des bestehenden Schuldverhältnisses.

Fall 3:
Differenziert sieht es das Bundesgericht, wenn die neue Hypothek bei einer anderen Bank eingegangen wird. In einem solchen Fall qualifiziere die Vorfälligkeitsentschädigung als Konventionalstrafe bzw. Schadenersatz und könne weder bei der Grundstücksgewinnsteuer noch bei der Einkommenssteuer in Abzug gebracht werden.

Gleichzeitig hält das Bundesgericht fest, dass ein Abzug sowohl bei der Grundstücksgewinnsteuer als auch bei der Einkommenssteuer ausgeschlossen sei. Diejenigen Auslagen, die schon im Rahmen der einen Steuer in Abzug gebracht wurden, können nicht noch einmal bei einer anderen Steuer abgezogen werden.
(Quelle: BGer 3.4.2017 (2C_1165/2014, 2C_1166/2014, 2C_1148/2015)