Vertrauensarzt untersteht gegenüber dem Arbeitgeber dem Berufsgeheimnis

Ein vom Arbeitgeber eingesetzter Vertrauensarzt untersteht bei der Information über die Ergebnisse der Untersuchung eines Arbeitnehmers dem strafrechtlich geschützten Berufsgeheimnis. Ohne weitergehende Ermächtigung des Arbeitnehmers darf sich der Vertrauensarzt gegenüber dem Arbeitgeber nur zum Bestehen, zur Dauer und zum Grad einer Arbeitsunfähigkeit äussern, sowie zur Frage, ob es sich um eine Krankheit oder einen Unfall handelt. Ob und in welchem Umfang der Vertrauensarzt dem Arbeitgeber berichten darf, hängt somit davon ab, inwieweit er seitens des Arbeitnehmers vom Geheimnis entbunden worden ist.
(Quelle: BGer., 4.5.2017 (6B_1199/2016)