Buchhaltungen

Ausserordentliche Abschreibungen auf Immobilien

Für Immobilien wie für alle anderen Aktiven gilt, dass eine Abschreibung steuerlich betrachtet nur dann gerechtfertigt ist, wenn sie aufgrund des Gebrauchs oder wegen des Zeitablaufs auch tatsächlich entwertet werden. Ein Vermögenswert, welcher keinerlei Wertminderung unterliegt, soll nicht abgeschrieben werden, unabhängig davon, welche Abschreibungsmethode zur Anwendung käme; in Ermangelung eines Minderwerts wäre die geschäftsmässige Begründetheit der Abschreibung zu verneinen. (BGE 132 I 175 E. 2.3 S. 179)

Aus diesem früheren Entscheid leitete das Bundesgericht ab, dass ausserordentliche Abschreibungen auf Gebäuden nur dann zulässig sind, wenn eine Wertverminderung tatsächlich eingetreten ist. Auch wenn ein Gebäude in der nächsten Steuerperiode vor Ablauf der natürlichen Lebenszeit abgerissen werden soll, sind keine überhöhten Abschreibungen zulässig.

Quelle: BGer 16.7.2018 (2C_330/2017)

Neue MWST-Sätze per 1.1.2018

Als Folge der Ablehnung der Volksabstimmung über die "Altersvorsorge 2020" vom 24. September 2017 sinken die Mehrwertsteuersätze per 1. Januar 2018. Die geltenden Steuersätze (effektive Methode) werden wie folgt angepasst:

Bisher         Neu
8%               7.7%        Normalsatz
2.5%            2.5%        Reduzierter Satz
3.8%            3.7%        Beherbergungsdienstleistungen

Wichtig zu wissen ist, dass der anzuwendende Steuersatz weder durch das Datum der Rechnungsstellung, noch der Zahlung definiert wird, sondern einzig durch den Zeitpunkt bzw. den Zeitraum der Leistungserbringung.

Erbringt also ein Unternehmen Leistungen über das Jahresende 2017 hinweg, so sind die im Jahr 2017 erbrachten Leistungen zu 8% und die im Jahr 2018 erbrachten Leistungen mit 7.7% zu versteuern. Beide Leistungszeiträume sind in der Faktura separat auszuweisen, egal ob sie mit der effektiven Methode oder mit dem Saldosteuersatz abrechnen. Die eidg. Steuerverwaltung wird die Formulare Q4.2017 bzw. S2.2017 entsprechend anpassen, damit Sie die Abrechnung ordnungsgemäss ausfüllen können.

Beachten Sie, dass Sie Software für Auftragsbearbeitung bzw. das Kassasystem früh genug mit den neuen Sätzen einrichten und schulen Sie ihr Personal, um eingehende Rechnungen auf die Gesetzeskonformität hin zu kontrollieren. 
 

Unterscheidung zwischen unternehmerischem bzw. nicht-unternehmerischem Bereich bei Einzelfirmen

Der unternehmerische Bereich bei Einzelunternehmen beschränkt sich auf die selbstständig ausgeübten Tätigkeiten. Unselbstständig ausgeübte Tätigkeiten sind nicht Teil des unternehmerischen Bereichs. Sie bilden einen eigenen nicht-unternehmerischen Bereich. Dazu gehören auch Verwaltungs- und Stiftungsratsmandate, das Ausüben von öffentlichen Ämtern und die Erfüllung der Militär- oder Zivildienstpflicht.

Während im unternehmerischen Bereich der Vorsteuerabzug grundsätzlich gegeben ist, besteht im nicht-unternehmerischen Bereich kein Anspruch auf Abzug der Vorsteuern. Vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen sind folglich Vorsteuern auf Gegenständen oder Dienstleistungen, die für unselbstständig ausgeübte Tätigkeiten verwendet werden.

Werden nicht direkt zuordenbare Aufwendungen für beide Bereiche (unternehmerisch und nicht-unternehmerisch) verwendet, so handelt es sich um eine gemischte Verwendung und der Vorsteuerabzug ist zu korrigieren
(Quelle: MWST-Info 9)

Sanierung mittels Forderungsverzicht durch Aktionäre

An der langjährigen ESTV-Praxis, wonach Forderungsverzichte, gleichgültig ob der Verzicht von einem Aktionär oder einem Gläubiger ausgespochen wurde, grundsätzlich erfolgswirksam zu buchen sind, wird festgehalten. (echter Sanierungsertrag)

Im Sinne einer Ausnahme werden Forderungsverzichte von Aktionären nur dann dem Ertrag nicht zugerechnet, wenn und soweit es sich entweder um eine Darlehensforderung handelt, die mit Blick auf den schlechten Geschäftsgang gewährt wurde und unter den gleichen Umständen von unabhängigen Dritten nicht zugestanden worden wären. (unechter Sanierungsertrag).
(Quelle: Bier, 20.10.2014 82C_634/2012)

Anforderung an die Kassabuchführung bei bargeldintensivem Verkehr

Die Anforderungen an Kassabücher hängen nicht von der kaufmännischen Buchführungspflicht, sondern letztlich einzig von der Art und Grösse, namentlich aber der Bargeldintensivität eines Betriebs ab.

Wird das Gebot der lückenlosen Erfassung des Bargeldverkehrs missachtet, so lässt sich der Erfolg des Unternehmens regelmässig im nachhinein nicht mehr genau ermitteln. Wohl vermögen Vorbücher oder Vorjournale die Aufgabe zu erleichtern; weil sie jedoch als solche nicht sämtliche Bareinnahmen und -auslagen erfassen, kann auf die zeitnahe Führung des Kassenbuchs nicht verzichtet werden.

Ein elektronisch bzw. EDV-geführtes Kassabuch wird steuerlich (nur) anerkannt, wenn die regelmässigen Saldierungen – verbunden mit einem Kassasturz – nachweislich vorgenommen wurden und sich die einzelnen Einträge, d. h. Datierung, Text, Betrag der Einnahme(n), Ausgabe(n) und Saldo nach deren Eingabe als (EDV-mässig) nicht überschreibbar, unauslöschlich und nicht unterdrückbar erweisen