Rechnungslegung

Sanierung mittels Forderungsverzicht durch Aktionäre

An der langjährigen ESTV-Praxis, wonach Forderungsverzichte, gleichgültig ob der Verzicht von einem Aktionär oder einem Gläubiger ausgespochen wurde, grundsätzlich erfolgswirksam zu buchen sind, wird festgehalten. (echter Sanierungsertrag)

Im Sinne einer Ausnahme werden Forderungsverzichte von Aktionären nur dann dem Ertrag nicht zugerechnet, wenn und soweit es sich entweder um eine Darlehensforderung handelt, die mit Blick auf den schlechten Geschäftsgang gewährt wurde und unter den gleichen Umständen von unabhängigen Dritten nicht zugestanden worden wären. (unechter Sanierungsertrag).
(Quelle: Bier, 20.10.2014 82C_634/2012)

Anforderung an die Kassabuchführung bei bargeldintensivem Verkehr

Die Anforderungen an Kassabücher hängen nicht von der kaufmännischen Buchführungspflicht, sondern letztlich einzig von der Art und Grösse, namentlich aber der Bargeldintensivität eines Betriebs ab.

Wird das Gebot der lückenlosen Erfassung des Bargeldverkehrs missachtet, so lässt sich der Erfolg des Unternehmens regelmässig im nachhinein nicht mehr genau ermitteln. Wohl vermögen Vorbücher oder Vorjournale die Aufgabe zu erleichtern; weil sie jedoch als solche nicht sämtliche Bareinnahmen und -auslagen erfassen, kann auf die zeitnahe Führung des Kassenbuchs nicht verzichtet werden.

Ein elektronisch bzw. EDV-geführtes Kassabuch wird steuerlich (nur) anerkannt, wenn die regelmässigen Saldierungen – verbunden mit einem Kassasturz – nachweislich vorgenommen wurden und sich die einzelnen Einträge, d. h. Datierung, Text, Betrag der Einnahme(n), Ausgabe(n) und Saldo nach deren Eingabe als (EDV-mässig) nicht überschreibbar, unauslöschlich und nicht unterdrückbar erweisen